Blütenstand 05.06.2012

by Ben

Mit dem aktuellen kleinen meteorologischen Zwischentief scheint sich auch ein wenig Biennale-Blues einzustellen. Allerdings zu unrecht, denn das Sichtwechsel-Projekt blüht und gedeiht derzeit in der Hauptstadt und zum Ende der Woche finden sich an dieser Stelle hoffentlich einige Impressionen der Abenteuer von Lisa (dem nachdenklichen Mädchen) und Pauline und Franzi (dem Giraffen-Familienglück) in diesem Weblog. Die Geschehnisse im Eisenhüttenstadt zum Termin des 15.06. nehmen auch sukzessive Planungsform an und irgendetwas Leuchtendes wird sich ganz sicher in der Straße der Republik abspielen.

Dass allerdings die Sonnenblume des Nebenprojektes “The Bloom in the System” ihr Gelb pünktlich ins Geschehen werfen wird, scheint derzeit unwahrscheinlich. Dennoch wächst sie grün und munter. Und damit man dieser Aussage auch Glauben schenkt, hier aktuelle Fotografien aus dem Wachstumsraum in der Straße der Republik 37:

Blütenstand Juni 2012

Der Topf mit neuem Untergrund. Bei einer Wanderung durch eines der aktuellen Rückbauareale in Eisenhüttenstadt fand sich bereits ihrer Funktion enthoben an einem denkbar unpassenden Standort eine Gehwegplatte. Und bevor sie von harter Kinderhand erhoben und zersplittert wird, um kleinteilig in um- und brachliegende Fensterfronten einzuschlagen – es gibt genügend Beispiele für solche Wurfexperimente – balancieren wir lieber die Blume unseres Sinnens darauf. Das passt denn auch ganz gut zu dem Ansatz, Kunst mit den Dingen zu produzieren, die die Stadt so bietet.

Sonnenblume / Polaroid

Parallel zum Polaroid beim Mohn gibt es eine schnell ausbleichende Aufnahme auf Impossible-First Flush am Topf zu sehen. Die Fotografie stammt anders als die Darstellung möglicherweise suggeriert nicht aus der Entstehungs- sondern aus der Endzeit des gezeigten Wohnblocks am Fröbelring. Nämlich vom letzten Wochenende. Derzeit wird entkernt, bald sicher entfernt. Ob das Sofortbild allerdings bis dahin bei der intensiven Konfrontation mit hellem Tageslicht noch Konturen behält, ist fast ein bisschen fraglich. Das würde ebenfalls auf eine Art passen, hieß es doch in einer berühmten Werbekampagne aus dem letzten Jahrzehnt: Impossible is nothing. Die gleichnamigen Fotos sind jedenfalls ziemlich empfindlich und neigen zum Verschwinden. Womit sie irgendwie das adäquate Medium zur Auseinandersetzung mit Schrumpfenden Städten darstellen.

(Fotos: bk / Juni 2012)

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