Zauber und Tod. Die Objekte des Sichtwechsel-Projektes sind in Eisenhüttenstadt.

by Ben

Während die KünstlerInnen der Berlin Biennale Satellite Residency nach dem Vorkontakt mit Eisenhüttenstadt wieder abreisten, kamen die Helden (wider Willen) des Projektes Sichtwechsel um direkt zu bleiben. Und wie man sieht, schauen sie dabei so gut gelaunt in die Situation, wie man es als Luba-Figur (der man übrigens gehörige Zauberkraft zuschreibt) und als schlangendurchkrochener Holztotenschädel (mutmaßlich mit ostasiatischen Wurzeln und mit kräftigem Memento Mori-Potenzial) eben kann. (Letzteres ist übrigens hauptfunktional ein Tintenfässchen, jedoch nur wenig gealtert und ohne letzte Tinte, weshalb sich der Bezug zu dem, was bei anderen gesagt werden muss, nur über einige Ecken herstellen lässt.)

Demnächst werden die beiden Objekte, die hier in bislang unbekannter Weise afrikanische, asiatische und sozialistische Planstadt-Ästhetik zusammenführen, von Kindern der Stadt durch eben diese geführt. Die Ergebnisse dieser Tour werden am 15.06. präsentiert. Und möglicherweise schon zuvor ein wenig an dieser Stelle vor-dokumentiert. Unter dem Bild folgt die offizielle Projektbeschreibung.

Sichtwechsel Figuren

Nach Tom Hanks sind nun zwei weitere wichtige Repräsentanten eines fremden Kulturkreises in Eisenhüttenstadt: Louis Luba und Memento Moritz. Eventuell heißen die Figuren auch anders. Wir werden das noch in Erfahrung bringen. Selbst sagen sie nichts dazu, denn Kultobjekte dieser Art sprechen gemeinhin durch Taten. Gerade aber tun sie – nichts.  (Foto: bk / Mai 2012)

SICHTWECHSEL

ME COLLECTORS ROOM BERLIN/STIFTUNG OLBRICHT

Eine 5. Klasse der Gustav-Falke-Grundschule aus Berlin tauscht sich mit gleichaltrigen Schülern der Schönfließer Grundschule aus Eisenhüttenstadt über besondere Orte und wundersame Kunstobjekte in ihrer Stadt aus.

Die Berliner Schüler schicken ein Wunderkammerobjekt aus dem me Collectors Room Berlin nach Eisenhüttenstadt und erhalten im Tausch dafür eine kulturhistorische Rarität aus Eisenhüttenstadt. Wie lassen sich die „entwurzelten” Kuriositäten in die neue, fremde Umgebung einpassen?

Die Suche nach einer spannenden Kulisse, fantasievollen Geschichte, surrealen Form- und Materialanalogie beginnt und wird von den Fotografen Jana Ebert (Berlin) und Ben Kaden (Eisenhüttenstadt) dokumentiert.
Das Projekt gibt den Schülern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen, Empfindungen, ihr Wissen und ihre Gedanken über Kunst und Kultur in einem kreativen, fantasievollen und identitätsstiftenden Kontext zu teilen. Am Ende werden sie gemeinsam ihren „Sichtwechsel” in einem Foto-Text-Buch zusammenstellen und der Öffentlichkeit präsentieren.

(Charlotte Esser)

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