Forget Fear / Filtered by Eisenhüttenstadt

Weblog zu den Aktivitäten der 7. Berlin Biennale 2012 in Eisenhüttenstadt

Ein Tag in Berlin. Die Abschlussbegegnung im Sichtwechsel-Projekt.

by Ben

Die 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst ist zwar formell vorüber und wurde zudem im Presseecho weitgehend versenkt. Aber wie es sich für eine derartige Veranstaltung gehört, hört man an der einen oder anderen Stelle nach wie vor wohlklingende Echos und erstaunlicherweise meist dort, wo das Feuilleton kaum einen Blick hinwarf. (Ein jüngerer Artikel auf ZEIT online kompensiert das ein bisschen, jedoch außerhalb des Biennale-Kontextes.)

Ein Beispiel für einen konstruktiven Nachhall ist die Fortsetzung des Draftsmen’s Congress / Kongress der Zeichner in Eisenhüttenstadt, der nun auch noch mindestens den Oktober über das Konzept des Sozialen Zeichnens durchprobiert, das Paweł Althamer von Berlin nach dem berühmten Zwischenfall mit den Pixadores (mehr dazu auch auf taz.de) nach Eisenhüttenstadt transportierte und das nun dort sogar in seiner (ersten) Fortsetzungsrunde stattfindet. Am Freitag den 28.09. wird es zu einem größeren Workshop unter Beteiligung der Initiative USArtBerlin kommen.

Außerdem fand gestern (Dienstag, 25.September 2012) das Sichtwechsel-Projekt zu einer eigenen Form von Abschlusskonferenz. Zu dieser reisten die Schüler der Schönfließer Grundschule von Eisenhüttenstadt nach Berlin, besuchten dort ihre Projektpartner von der Gustav-Falke-Schule und mit diesen den me Collectors Room sowie die Wunderkammer der Stiftung Olbricht, die nicht nur (gemeinsam mit dem Städtischen Museum in Eisenhüttenstadt) als institutioneller Angelpunkt und Leihgeber für das Projekt auftrat, sondern den schätzungsweise 50 Kindern, die fast als eine Art Sichtwechsel-Demonstrationszug durch Acker- und Auguststraße zogen, zusätzlich Selim Varols Universum der Street Art und Toy-Kultur sowie die Wunderkammer der Stiftung nahe brachte. Als Dokumentation des Tages gibt es nachfolgend und zugleich abschließend einige Aufnahmen vom letzten Tag des Sichtwechsel-Projektes, der noch einmal zeigte, wie zeitlos das Motto der Biennale – Forget Fear, überwinde die Furcht – ist, wenn es darum geht, sich offen und auf wechselseitiges Verständnis zielend zu begegnen.

Sichtwechsel / me Collectors Room

Projekt Sichtwechsel / me Collectors Room

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Die Utopie der Kunst und ihr (Doch-)Ort. Zur Fortsetzung des Draftsmen’s Congress in Eisenhüttenstadt.

by Ben

Sitzt man an diesem Freitag irgendwo in einem Straßenlokal, dann spürt man sehr deutlich, wie der Sommer 2012 seinem Ende entgegen trottet. Und zwar einerseits am Plaid, das einem über die Beine gelegt wird. Und andererseits daran, dass die Tage frühvollendeter abtreten (jedenfalls nach Meinung der Sonne). So wähnt man sich bereits halb zwölf wie weit nach Mitternacht, fährt durch ein paar Nebelschleier heim und überlegt, was denn der Herbst so bringen könnte.

Wie wäre es mit Kunst, dieser ewig großen Herbstzeitlosen? Der zeitgenössischen Variante bleiben auf der Documenta 13 immerhin noch gut zwei Wochen. Die Berlin Biennale, die überraschend und sehr gelungen auch Eisenhüttenstadt mit den Focus nahm, liegt dagegen nun schon erstaunliche zwei Monate zurück. Und scheint doch nicht ganz vorbei.

Denn vielleicht mehr aufgrund des großen erkannten Potenzials als des großen tatsächlichen Erfolges findet der in der Straße der Republik in Eisenhüttenstadt Ende Juni abgehaltene Draftsmen’s Congress nun nochmals für (mindestens) einen Monat seine Fortsetzung. Ab Samstag dem 01.09. wird das Atelier für alle wieder eröffnet.

Draftsmen's Congress im Herbst

Draftsmen’s Congress im Herbst – ab 01.09.2012 in der Straße der Republik 37.

Eisenhüttenstadt – die Stadt, die Paweł Althamer bereits im Juni mit seiner Idee des Social Drawings auf den Weg zu einer „Stadt der Kunst“ bringen wollte – erhält damit für weitere vier Wochen einen einzigartigen Ort des Kunstschaffens. Nicht die Galerie ist dabei das Ziel, sondern die Interaktion. Nicht die Deutung, sondern die Handlung.

Der von Artur Żmijewski, dem Kurator der 7. Berlin Biennale, eingebrachte Ansatz des Filterns und Aufbrechens etablierter Vorstellungen von vermeintlich exklusiv legitimer Kunstproduktion und Kunstbetrachtung am Beispiel Eisenhüttenstadts folgt damit konsequent einer Entwicklung, deren Perspektive naturgemäß offen bleibt und in nicht geringem Umfang in den Händen eines Publikums selbst liegt, das seine Rolle als Publikum überwindet.

Das Konzept bleibt auch im Draftsmen’s Congress des Herbstes erhalten: Es geht darum, gemeinsam auf einem Grund zu zeichnen und zu malen und dadurch einem offenen und öffentlichen Dialog eine Form zu geben. Man könnte den aus den Interaktionskulturen des Internets bekannten Ausdruck des Prosumenten (Produzent+Konsument) anführen und läge sicher nicht daneben.

Aber eigentlich steht noch etwas viel Einfacheres und Tiefergehendes dahinter: Eine Sensibilisierung für die dialogische Praxis des Kreativseins, das Entwickeln eines Bewusstseins für das Schöpferische und – auch dies – ein Spiel mit der Eigendynamik von Ideen. Denkt man dies weiter, zeigt sich die Überzeugung, dass eine wünschenswerte Gesellschaft immer auf einer Öffentlichkeit beruht, die das wechselseitige Verstehen über das gegenseitige Ausspielen stellt. Zweifellos eine Utopie, die dadurch wunderbar kontrastiert wird, dass sie in einen aus einem anderen utopischen Konzept hervorgegangenen Planstadtraum eingesetzt wird.

Der Hauptunterschied zwischen beiden Utopien lautet, dass die eine auf eine feste und begrenzte Wahrheit zielte und eine klare Antwort anzubieten versuchte, während die andere nach den mannigfaltigen Möglichkeiten von Bewegung und Identität und vielleicht auch Wahrhaftigkeit fragt.

Dass diese Veranstaltung überhaupt so stattfand und nun weiter stattfindet ist bereits selbst Resultat einen grundsätzlichen Offenheit, eines Vertrauens in die positiven Wirkungen kreativen Handelns sowie eines Optimismus dahingehend, dass derartige Impulse auch Wirkungen nach sich ziehen, mit denen niemand zuvor gerechnet hat.

In gewisser Weise verblasst dabei das U der Utopie. Übrig bleibt buchstäblich ein Topos (und also ebenfalls buchstäblich ein besonderer Spielraum).

Die (Wieder-)Eröffnung findet am 01.09.2012 ab 18 Uhr an diesem Doch-Ort, nämlich in der Straße der Republik 37 statt.

(bk, 31.08.2012)

Bildnern und Zeichnen. Paweł Althamer lädt zur Illustration Eisenhüttenstädter Lebenswelten.

by Ben

Es gibt schon wundersame Wendungen und wer glaubte, mit der Präsentation am 15.Juni seien hinsichtlich der Berlin Biennale in Eisenhüttenstadt schon alle Fotos geschossen, alle Poster gehängt (und abgenommen) und alle Linien gezeichnet, der findet seine Annahmen im Biennale-Lokal in der Straße der Republik pünktlich zum Beginn der brandenburgischen Sommerferien 2012 gründlich widerlegt.

So geballt schlug das Kunstschaffen hier noch nicht in so kurzer Frist ein und auch wenn die Einheimischen fast reflexartig erst auf Abwehr und dann im Gespräch in den Erklärmodus “So etwas interessiert hier doch keinen. Da werden Sie mit ihrer schönen Aktion kein Glück haben.” schalten, um kurz darauf zum Kohlestift zu greifen und ihr Scherflein Zeichenkultur in den Raum stellen, so gibt es nirgends einen Anlass für Bangigkeit. Die Eisenhüttenstädter sind schüchtern, aber in Behandlung. Und zwar in der des Draftsmen’s Congress von Paweł Althamer und seinem Team. Statt Forget Fear muss das Motto eher Forget Shyness sein. Und ist der Schatten einmal übersprungen/so ist auch gleich ein Bild gelungen.

So könnte man mit sich im Reimen sein. Allein an ausuferndem Zuspruch fehlt es noch ein wenig, was jedoch auch daran liegt, dass noch niemand in Eisenhüttenstadt so recht davon weiß, dass und wie und warum ihn Pinsel, Farbe, Buntstift erwarten und dass es sich bei dem faszinierenden Grüppchen im Zeichenraum am Lunik eben nicht um eine geschlossene Gesellschaft sondern um denkbar offenherzige Künstler und mehr noch Kunstvermittler handelt.

Die nutzten auch gleich zwei nieselige Nachmittagsstunden im  Brunnenring zu der ungezwungenen Demonstration, dass die Venus von Urbino nicht auf den Sperrmüll gehört (natürlich nicht), aber ein beliebiger Spermüllhaufen sich problemlos in eine Venus (von Eisenhüttenstadt) verwandeln lässt.

Wenn polnisch sprechende Menschen in weißen Kitteln in Ostbrandenburg Stücke aus dem Dielenmöbelprogramm Modell Eberswalde Typ 2 A umarrangieren, sind ihnen auf jeden Fall die Zuwendung der Neugier und manchmal auch einiger nachfragend gemeinter Worte gewiss. Womit schon einiges erreicht ist und einige erreicht sind.

Komm Zeichnen

Die Liebe im Zeichen der Zeichenkunst. Wer so herzlich einlädt, gehört reichlich besucht. Und wer die Dispatcher-Kultur im stahlharten Metallurgenärmel derart sympathisch zu paradiesischen Umständen umschüttelt, der kam ganz sicher zeichnen, um der Stadt eines dieser Zeichen zu geben, die man dringend braucht, um nicht irgendwann trotz aller Mühe mit gebrochenen Erzen dahin zu siechen.

Die Erkenntnis des Tages lautet zudem, dass es in der Eisenhüttenstadt des Jahres 2012 zwar mit dem Englischen kaum ein Blumentopf (flowerpot) zu bekommen ist, bestimmte Generationen aber tatsächlich mühelos in geschmeidiges Russisch (цветочный горшок) überwechseln können. Internationale Künstleraustausch- bzw. -kooperationsprogramme in Eisenhüttenstadt konzentrieren sich also möglicherweise angesichts der hier noch gepflegten Lingua Franca am besten direkt nach Osteuropa. Derzeit muss man aber gar nicht soviel in die Zukunft planen, denn die Gegenwart ist ein praller Beutel Farbe und Ideen, der, auf die Sand- und Kiefernbank der stillen Eisenhüttenstadt aufgelaufen, nun langsam Einiges in diese hineintropfen lässt. Allein bereits der eigens zur Veranstaltung vom ikonographisch das stadtgeschichtliche Selbstverständnis prägenden Womacka-Mosaik inspirierte Handzettel verspricht fruchtbare Tage und die Mehr-als-Ferienspiele in der Straße der Republik stehen jedem, der mag, von ca. 12 bis 17 Uhr offen. Weitere freundlich intervenierende Expansionen in den Stadtraum sind nicht auszuschließen.

Making of Venus von Eisenhüttenstadt

Es mag ja ZeitgenossInnen geben, die hinter einer bestimmten Neigung, nämlich der, in jedem Sperrmüllberg der Stadt einen potentiellen Venushügel zu sehen, etwas Bedenkliches vermuten. Wer aber der Formgebungsbrigade um Paweł Althamer dabei zusieht, wie sie aus einem geordneten Stapel Furnier und Teppich ein gefallenes Mädchen entstehen lässt, der lernt auf einmal derartige Fantasien hoch zu schätzen. Und erkennt, dass man gar nicht so sehr raffinierte Technik, ein gut situiertes Umfeld oder ein Hundertschaft Intellektueller benötigt, um etwas Einzigartiges und einzigartig Schönes zu schaffen. Sondern hauptsächlich Mut zur Kombinatorik im Vorhandenen. Insofern ist die kleine Nachmittagsschau auch ein Vorführung, wie man vermeintlich verkrampfte Städte à la Eisenhüttenstadt über leichte Interventionen aufzulockern vermag: Mit (de-)(re-)konstruktiver Unbefangenheit. Der Draftsmen’s Congress bzw. Kongress der Zeichner ermöglicht den Einwohnern der Stadt (und ihren Besuchern) nun einige Tage die Erprobung solch unverkrampften Schöpfens. Was daraus entsteht, weiß noch niemand. Aber es könnte durchaus auch gestandenen Männern gefallen. Und allen anderen sowieso.

(Text/Bilder: bk, 20.06.2012)

Der kreidebunte Freitag. Eine kurze Nachschrift zur Berlin Biennale in Eisenhüttenstadt.

by Ben

Forget Fear Eisenhüttenstadt

Forget Fear Eisenhüttenstadt / Plakat zum Ereignis in der Straße der Republik

Einen Tag nach dem Besuchstag der Berlin Biennale in Eisenhüttenstadt wird man –  sofern man als irgendwie Mitwirkender bekannt ist und auf der Straße erkannt wird – zwangsläufig angesprochen, wie man die Veranstaltung bewertet, nun da alles vorbei ist und bis auf wilde Kreidespuren auf dem Trottoir, ein paar Poster und zwei derangierte Pflanzen eines Nebenprojektes die Räumlichkeit in der Straße der Republik wieder so still liegt, wie man sie kennt.

Dann steht man als plötzliche lokale Halb-Celebrity (so etwas geschieht viel zu schnell in einer Stadt wie dieser) mit jemand Fremdem an der Ecke und überlegt und fischt nach einer eindeutigen Antwort. Aber so richtig findet sich kein Haken und folglich auch keine Einschätzung in zwei Sätzen, die griffig genug wäre, um zu überzeugen.

Möglicherweise erweist sich genau dies als – durchaus auch produktiv zu verstehender – Kern des Filterprojektes: Berlin Biennale und Planstadt über den eingeschlagenen Weg auf einen Begriff zu bringen, begreifbar und sogar nur angreifbar zu machen, ist fast unmöglich.  Die Straßenkreide in den Händen der Berliner und Eisenhüttenstädter Kinder zieht sich als metaphorische Outline um das Dahinschraffierte aus Idee und Umsetzung.

„[..] Die Idee ist, aktiv zu handeln und zu versuchen, die Bürger zu verstehen, ihre jeweiligen Bedürfnisse und die Situation in der Stadt. Was könnte das den Bürgern bringen – falls es überhaupt etwas bringt? Und inwiefern werden die Berliner Akteure gezwungen sein, ihre eigene Rolle als Institutionen zu überdenken?”

Bedauerlicherweise muss sich vor allem die Biennale als Institution selbst an dieser Stelle in ihrem Rollenverständnis überdenken. Denn offensichtlich ist es schon mühsam genug, überhaupt Berliner Kunstinstitutionen dazu zu bewegen, sich auf Eisenhüttenstadt als Filterort einzulassen.

Am Ende blieben zwei – das Berliner Künstlerprogramm des DAAD und me Collectors Room / Stiftung Olbricht – die sich, forget fear, auf diesen Versuch einließen. Die Arbeiten und Aktivitäten allgemein zu beurteilen steht mir an dieser Stelle nicht zu, war ich doch selbst Teil dieses Institutionen-Rollen-Spiels und zwar als Fotograf im Sichtwechsel-Projekt.

Aus einer persönlichen Perspektive kann ich jedoch notieren, dass in vielerlei Hinsicht eine Perspektivenverschiebung und eine Erweiterung des Blickfelds mit diesem Projekt einhergingen. Und auch das: Sowohl die Eisenhüttenstädter wie auch die Berliner Kooperationspartner ermöglichten es im Verbund mit der – möglicherweise dann doch natürlichen und normalen – Freude und Neugier der Kinder, dass die Kunstobjekte und ihre stadträumliche Inszenierung auf ihre Weise den Dialog anregten, den man sich als Veranstalter nur wünschen konnte. Obendrein deutete das Projekt an, was alles möglich ist.

Genau darin liegt denn auch die Herausforderung einer Einschätzung im Straßengespräch: Man sieht, was möglich ist, man weiß, was man sich generell erhoffte und man hat das Resultat vorliegen und muss diese drei Ebenen aufeinander abstimmen.

Aus meiner befangenen Sicht auf das Ganze bleibt mir die so diplomatisch anmutende wie ehrliche Zusammenfassung, dass es fantastisch ist, dass es passierte und dass ich mir zugleich wünschte, dass mehr passiert wäre. Nämlich, dass man vor allem die Stadt als Raum und als soziales Konstrukt stärker in Bezug genommen hätte und dass die Menschen in dieser Stadt aktiver in die filternde Konfrontation mit dem Ansatz getreten wären.

Mir ist aber bewusst, dass mein Wünschen nur einen kleinen, ein wenig wortreichen Satz in einer hochkomplexen Gemengelage von Erwartungen und Bereitschaften und daher nur einen Nebenaspekt im Gefüge der Berlin Biennale in Eisenhüttenstadt darstellen kann. Ich gehe dennoch mit sehr veränderten Bildern, unbedingt bewahrenswerten Eindrücken und zauberhaften Erinnerungen (und Kontakten) aus diesen Wochen. Und ich wünsche trotzdem weiter.

Und zwar, dass man es wieder versucht und wieder versucht und wieder versucht, damit eines sommerlichen Freitages (oder auch zu einem anderen Termin) entgegen aller Skepsis eventuell doch gelingt, was mir Artur Zmijewski im Gespräch vor dem bröckelnden Lunik als seine Motivation hinter dem Schritt nach Eisenhüttenstadt offenbarte: Dass Impulse gesetzt werden, die positiv-konstruktive Nachwirkungen haben und vielleicht auf lange Sicht als Attraktionsmomente für eine Stadt wie diese wirken können.

Ein bisschen Leben umflorte in jedem Fall die sonst weitgehend vergessene Ecke zwischen der Leere des Zentralen Platz, der Hauptstraße, dem zerfledderten Hotel und dem leerstehenden Gewerberaum. Zugleich wurde Eisenhüttenstadt an diesem Freitag unwiderruflich Schauplatz und Begegnungsort eines Teils der internationalen zeitgenössischen Kunst. Das gab es so seit dem Kongress der Futurologen nicht mehr. Ob es sich dabei um eine Wiederholung des oder um einen Kontrapunkt zum Tom-Hanks-Effekt handelt, ist nicht so leicht zu beantworten. Lieber wäre mir allerdings, dass es Ausgangspunkt einer künstlerisch-kulturellen Traditionslinie in der künftigen Stadtgeschichte Eisenhüttenstadts sein könnte.

Gefiltert durch Eisenhüttenstadt

Kunstfilter der Welt – kommt in diese Stadt! Ein Nebeneffekt der Begegnung zwischen den Berliner und den Eisenhüttenstädter Kindern war, dass die hiesigen lernten, wofür 65 hinter dem Namen der dortigen steht, wenn er unter die Auslage getaggt wird.  Das lokale Äquivalent wäre übrigens 1220. Auch in anderer Form schlug der Nachmittag einige Funken metropolitane Weltläufigkeit in die ansonsten etwas verschlafene Atmosphäre dieses Ortes. Uneingeschränkt traurig ist man allerdings, dass es wirklich nur ein paar Stunden waren und nun schon wieder alles vorbei ist. Die Alltagsweisheit lehrt jedoch, dass es genau dieser Effekt ist, der den schönen Dingen des Lebens nun mal anhaftet, ja diese geradezu über die Vergänglichkeit definiert sind. Persönlich traurig bin ich angesichts der Tatsache, dass mir die Sichtwechsel-Figuren Louis Luba, Pauline und Franzi, Memento Moritz und besonders Lisa/Michi nicht mehr als Begleitung zum Beispiel beim Schreiben mitternächtlicher Blogtexte zur Verfügung stehen. Was mich tröstet: Es werden andere Paulinen, Franzis, Michis usw. kommen. Vielleicht auch wieder, um in Eisenhüttenstadt inszeniert zu werden.

(bk / 16.06.2012)

Der Forget Fear Freitag: Das Programm zum 15.06.

by Ben

Auch wenn es in der Biennale-Dependance in der Eisenhüttenstädter Straße der Republik im letzten Monat etwas stiller zuging, als mancher erwartete, bedeutet das nicht, dass es zu keiner Perspektiven filternden Auseinandersetzung mit der Stadt kam. Vielmehr wurde Eisenhüttenstadt beispielsweise in dieser Tagen so umfänglich durchfotografiert, wie schon lange nicht mehr. Die lichtbildnerische Gesamtauseinandersetzung der sich wandelnden Stadt ist freilich ein Dauerprojekt. Und irgendwie, so fühlt es sich jedenfalls an, ein expandierendes.

Es ist dabei nicht unwahrscheinlich, dass sich in dem wahrnehmbar wachsenden Interesse an der Stadt genau das spiegelt, was auch die Berlin Biennale veranlasste, sich selbst auf diesen Ort zu projizieren. Am kommenden Freitag wird man auch darüber diskutieren können. Denn dann werden die entsprechenden Akteure vor Ort sein und das reziproke Filtern zu einem vorläufigen Klimax bringen. Und wie man die Welt und ihren Lauf so kennt, ist auch dies nur einer von zahllosen Markern auf dem Zeitstrahl der Eisenhüttenstadt-Geschichte, die sich bereits ankündigen. Und überhaupt: Irgendeine Zukunft kommt ja immer. Und: Wie auch immer die Gegenwart ausfällt (oder stattfindet), eines sollte man aus der Präsenz auch dieses Filter-Projektes als dauergültige Maxime behalten: Vergiss die Furcht. Und – dies zuerst – komm vorbei.

Nachfolgend der Ablaufplan zum Freitagnachmittag.

Filter 15.06.

Die Autos sind weiß in Eisenhüttenstadt, die Bäume sind grün, der Himmel ist (im Bild leider nicht erkennbar) blau. Und so ähnlich wird es auch am Freitag sein. Woran es noch fehlt im Revier, sind die Menschen. Aber da wir in jedem Fall die beiden äußerst agilen Schulklassen des Sichtwechsel-Projektes und mindestens ein halbes Dutzend weltgewandte KünstlerInnen aufeinandertreffen lassen, dürfte eine grundlegende Eigendynamik garantiert sein. Alles Weitere wird sich zeigen. In jedem Fall sind wir vollkommen furchtlos und bester Dinge.

15.06.2012, ab 16 Uhr
GEFILTERT DURCH EISENHÜTTENSTADT
Straße der Republik 37, 15890 Eisenhüttenstadt

Die 7. Berlin Biennale präsentiert Gefiltert durch Eisenhüttenstadt in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm/DAAD und me Collectors Room Berlin/Stiftung Olbricht. In den vergangenen Wochen hat das Berliner Künstlerprogramm/DAAD eine Satelliten-Residency in Eisenhüttenstadt eingerichtet während der me Collectors Room Berlin/Stiftung Olbricht das Projekt Sichtwechsel initiiert hat.

Beide Projekte werden am Freitag, 15.06.2012 ab 16 Uhr in Eisenhüttenstadt vorgestellt:

16 Uhr

me Collectors Room Berlin/Stiftung Olbricht: Sichtwechsel Buchpräsentation des Schüleraustauschprojekts Sichtwechsel der Gustav-Falke-Grundschule, Berlin und der Schönfließer Grundschule, Eisenhüttenstadt.

Die SchülerInnen der Eisenhüttenstädter Schönfließer Grundschule und der Berliner Gustav-Falke-Grundschule haben sich über besondere Orte und wundersame Kunstobjekte in ihrer Stadt ausgetauscht. Die SchülerInnen, die sich bisher nur über Steckbriefe und Postkarten kennengelernt haben begegnen sich bei der Veranstaltung zum ersten Mal persönlich.

17 Uhr

Berliner Künstlerprogramm/DAAD: Satelliten-Residency in Eisenhüttenstadt Präsentation von Werken und Konzepten im Zusammenhang mit der Satelliten-Residency des Berliner Künstlerprogramms in Eisenhüttenstadt. Mit Beiträgen von: Bani Abidi, Jennifer Bornstein, Theo Eshetu, Erik Lindner, Yutaka Makino und Mona Vătămanu / Florin Tudor.

In Zusammenarbeit mit der 7. Berlin Biennale hat das Berliner Künstlerprogramm seit Mai 2012 eine Satelliten-Künstlerresidenz in Eisenhüttenstadt eingerichtet – bestehend aus einer Wohnung und einem Arbeitsraum, der auch als
Veranstaltungsort genutzt werden kann. Die aktuellen internationalen Gäste des Berliner Künstlerprogramms sowie mehrere ehemalige Gäste sind eingeladen, einige Zeit in Eisenhüttenstadt zu leben und zu arbeiten. Den Künstlern steht es frei, die Stadt als Rückzugsort zu nutzen, sich mit der Architektur der sozialistischen Planstadt um das Stahlwerk zu beschäftigen oder das Oderland zu erkunden.

Weitere Informationen zu Gefiltert durch Eisenhüttenstadt finden Sie hier.
http://www.berlinbiennale.de/blog/projekte/gefiltert-durch-eisenhuttenstadt-22947

Das Projekt wird unterstützt von der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt und der Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft GmbH.

15.06.2012, from 4 pm
FILTERED BY EISENHÜTTENSTADT
Straße der Republik 37, 15890 Eisenhüttenstadt

The 7th Berlin Biennale presents Filtered by Eisenhüttenstadt in cooperation with Artists-In-Berlin-Program/DAAD and me Collectors Room Berlin/Olbricht Foundation. During the last weeks the Artists-In-Berlin-Program/DAAD set up a
Satellite Residency in Eisenhüttenstadt while me Collectors Room Berlin/Olbricht Foundation initiated the project Change of Perspective. Both projects will be introduced in Eisenhüttenstadt on Friday, June 15, 2012 from 4 pm on.

4 pm
me Collectors Room Berlin/Olbricht Foundation: Change of Perspective Book presentation of the student exchange project Change of Perspective of the primary schools Gustav-Falke-Grundschule, Berlin and Schönfließer Grundschule,
Eisenhüttenstadt.

The students from Gustav Falke School in Berlin exchange views with students from Schönfliesser School in Eisenhüttenstadt on remarkable places and noteworthy pieces of art in their respective cities. On the occasion of this
event the students who so far only had contact through letters meet in person for the very first time.

5 pm

Artists-In-Berlin-Program/DAAD: Satellite Residency in Eisenhüttenstadt Presentation of works and concepts on the occasion of the Satellite Residency by the Artists-In-Berlin-Program in Eisenhüttenstadt. With contributions by: Bani
Abidi, Jennifer Bornstein, Theo Eshetu, Erik Lindner, Yutaka Makino, and Mona Vătămanu/Florin Tudor.

Together with the 7th Berlin Biennale the Artists-in-Berlin-Program established a Satellite Residency in Eisenhüttenstadt since May 2012—consisting of an apartment and a studio, which can also be used as an event space. Current international guests as well as past guests of the program are invited to live and work in Eisenhüttenstadt for some time. The artists are free to use the city as place of retreat, deal with the architecture of the socialist model city
around the steelwork or to explore the landscape of Oderland.

Please find further information on Filtered by Eisenhüttenstadt here.
http://www.berlinbiennale.de/blog/en/projects/filtered-by-eisenhuttenstadt-22968

Supported by Stahlstiftung Eisenhüttenstadt and Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft GmbH.

Blütenstand 05.06.2012

by Ben

Mit dem aktuellen kleinen meteorologischen Zwischentief scheint sich auch ein wenig Biennale-Blues einzustellen. Allerdings zu unrecht, denn das Sichtwechsel-Projekt blüht und gedeiht derzeit in der Hauptstadt und zum Ende der Woche finden sich an dieser Stelle hoffentlich einige Impressionen der Abenteuer von Lisa (dem nachdenklichen Mädchen) und Pauline und Franzi (dem Giraffen-Familienglück) in diesem Weblog. Die Geschehnisse im Eisenhüttenstadt zum Termin des 15.06. nehmen auch sukzessive Planungsform an und irgendetwas Leuchtendes wird sich ganz sicher in der Straße der Republik abspielen.

Dass allerdings die Sonnenblume des Nebenprojektes “The Bloom in the System” ihr Gelb pünktlich ins Geschehen werfen wird, scheint derzeit unwahrscheinlich. Dennoch wächst sie grün und munter. Und damit man dieser Aussage auch Glauben schenkt, hier aktuelle Fotografien aus dem Wachstumsraum in der Straße der Republik 37:

Blütenstand Juni 2012

Der Topf mit neuem Untergrund. Bei einer Wanderung durch eines der aktuellen Rückbauareale in Eisenhüttenstadt fand sich bereits ihrer Funktion enthoben an einem denkbar unpassenden Standort eine Gehwegplatte. Und bevor sie von harter Kinderhand erhoben und zersplittert wird, um kleinteilig in um- und brachliegende Fensterfronten einzuschlagen – es gibt genügend Beispiele für solche Wurfexperimente – balancieren wir lieber die Blume unseres Sinnens darauf. Das passt denn auch ganz gut zu dem Ansatz, Kunst mit den Dingen zu produzieren, die die Stadt so bietet.

Sonnenblume / Polaroid

Parallel zum Polaroid beim Mohn gibt es eine schnell ausbleichende Aufnahme auf Impossible-First Flush am Topf zu sehen. Die Fotografie stammt anders als die Darstellung möglicherweise suggeriert nicht aus der Entstehungs- sondern aus der Endzeit des gezeigten Wohnblocks am Fröbelring. Nämlich vom letzten Wochenende. Derzeit wird entkernt, bald sicher entfernt. Ob das Sofortbild allerdings bis dahin bei der intensiven Konfrontation mit hellem Tageslicht noch Konturen behält, ist fast ein bisschen fraglich. Das würde ebenfalls auf eine Art passen, hieß es doch in einer berühmten Werbekampagne aus dem letzten Jahrzehnt: Impossible is nothing. Die gleichnamigen Fotos sind jedenfalls ziemlich empfindlich und neigen zum Verschwinden. Womit sie irgendwie das adäquate Medium zur Auseinandersetzung mit Schrumpfenden Städten darstellen.

(Fotos: bk / Juni 2012)

Neues für die Playlist der Erinnerung. Heute: Depeche Mode aus Brisbane

by Ben

So richtig schien man nach diesem trockenen Mai in Eisenhüttenstadt gar nicht mehr zu wissen, was Regen ist. Nun schwimmen die Straßen pünktlich zum Beginn des Monats Juni ein wenig durch die Nacht und das einzige Automobil, was einem über den Weg kreuzt und tatsächlich einigen plötzlich ins Licht kegelnde Unken gefährlich nah kommt, aber doch hoffentlich erfolgreich nicht über- sondern per Schlenker umfährt, kennt nur ein Ziel: die Playlist-Mailbox, welche es nach einigen Tagen wieder einmal zu leeren gilt. Dieser späte Weg lohnt sich, findet sich doch heute darin eine für das Projekte perfekte Sendung, die es binnen einer guten Woche von Brisbane zum Brunnenring schaffte. Das ist ein durchaus respektabler Wert für Beförderungsleistungen von traditionellen Poststücken quer über den Planeten. Und ein heller Streif am Klanghorizont des Playlist-Projektes, an den sich die Hoffnung festgeklammert findet, dass doch noch Einiges an Material für die Playlist zusammenkommt.

Die popmusikalische Verbindung der Stadt wird übrigens durch einen Titel einer Band hergestellt, deren Name in der Kurzform De-Mo auch für eines der frühesten Graffitis der Stadt herhalten musste und die so populär war, dass man sich mit Bravo-Postern der Gruppe auf den Schulhöfen ein kleines Vermögen (in Mark der DDR) zusammen verschwarzmarkten konnte. Allerdings ist Walking in my Shoes chronologisch ein Nachwendeprodukt zu dem niemand Geringeres als Anton Corbijn das Musikvideo beisteuerte. Und wer das aus welchen Gründen auch immer nicht mögen sollte, bekommt bei YouTube eine späte Performance des Songs in einer britischen Fernsehsendung zur Ansicht.

Post aus Australien

Card Only – Wem auch immer diese Botschaft gilt, als Relativierung des Wertes dieser Einsendung wäre sie gänzlich unangebracht. Denn genau dieses “Nur eine Karte” charakterisiert ja das Projekt. Wenn alle, die Eisenhüttenstadt verließen, “nur” eine solche beisteuerten, könnten die Playlist nahezu ewig laufen. Im Universum des 01.06.2012 langt es immerhin für eine halbe Stunde durchweg hörenswerter Stücke. Wobei uns die Tatsache, dass jemand aus Australien gern an Eisenhüttenstadt zurückdenkt, nur fröhlich stimmen kann. Und uns ein Album aus dem Regal nehmen lässt, dass bestimmt fünfzehn Jahre nicht mehr durch den CD-Spieler rotierte. Aber nur weil jemand immer viel zu sehr auf “Some Great Reward” bestand. Da gibt es keinen Anlass zur Empörung. Wissen wir doch: People are nur people

Feldstudien in Eisenhüttenstadt: Der erste Fototag des Sichtwechsel-Projekts.

by Ben

Wer heute am Vormittag im Nordwesten der Eisenhüttenstadt unterwegs war, sah eventuell in Richtung Gartenfließ und Neuzeller Straße junge Menschen im Gras liegen und bei genauerem Hinsehen in ihren Händen zahllose Fotokameras und bei noch genauerer Betrachtung der Szenerie  zwei hölzerne Objekte, aus die sich eben diese Kameras und jungen Menschen teilweise fast weltvergessen konzentrierten.

Morgen wird sich dies nach aller Planung wiederholen, denn diese Wochenhälfte steht vollumfänglich im Zeichen des Sichtwechsel-Projektes der Eisenhüttenstadt-gefilterten Berlin Biennale. Dieses Zeichen ist übrigens ein kräftig-leuchtendes Plus, denn positiver als die heutigen Rundgänge können solche Touren gar nicht verlaufen. Louis Luba und Memento Moritz erfreuen sich auf ihren Eisenhüttenstadttouren höchster Aufmerksamkeit und zugleich größter Sorgfalt, begegnen sowohl der einheimische Vogelwelt (Enten am Gartenfließ), der bronzenen bzw. steinernden Plastizität der Kunst im Stadtraum, regionalem Journalismus (mitsamt der fröhlich-freundlichen Praktikantin Lisa), dem rosigen Blütenreich des frisch gemähten Rosenhügels und schließlich sogar der lokalen Fußballplatzkultur mit einem denkbar netten Platzwart. All diese Entdeckungen wurden von den SchülerInnen der Schönfließer Grundschule eifrig im Lichtbild festgehalten und da wir mit dem Chaperonieren der beiden Leihgaben aus der Wunderkammer des Berliner me Collectors Room erwartungsgemäß kaum ausgelastet waren, bot sich die Gelegenheit, die ungebremste Freude an der Entdeckung per Fotografie selbst spiegelreflexiv zu dokumentieren. Und damit im Prinzip ganz gleich gestimmt zu handeln.

Viel mehr folgt demnächst. Heute gibt es vorerst nachfolgende Bilder als unmittelbaren Eindruck:

Sichtwechsel Eisenhüttenstadt - Tag 1

Sichtwechsel Eisenhüttenstadt – Tag 1 / Fotos: bk

Monster und Bären. Das Sichtwechselmädchen trifft Selim Varols Spielzeugkorps.

by Ben

Lisa, das nachdenkliche Mädchen aus dem Sichtwechsel-Projekt, erkundet übrigens derweil noch nicht so richtig den Berliner Stadtraum aber durchaus intensiv seine temporäre Berliner Wohnstatt.

Und nachdem es jüngst zu einer faszinierenden Begegnung mit einem Gürteltier kam, stieß es gleich hinter der nächsten Tür dieser Wunderkammerwelt des me Collectors Room auf die nächste Überraschung. Getreu dem Motto der am Samstag zur Eröffnung anstehenden Ausstellung mit Spielzeugobjekten aus der Sammlung von Selim Varol heißt es für Lisa in ihrer derzeitigen Heimat: At Home I’m a Tourist.

Dabei hat unsere durchsetzungsstarke Figur aus Eisenhüttenstadt, so jedenfalls deuten es die Bilder, die uns erreichten, an, bei ihrer aktuellen Erkundung gleich die gesamte Sammlung hinter sich gebracht. Ob daraus eine kleine wilde Weltrevolution folgt oder nur eine zarte Zeit des Zaubers, wissen wir noch nicht.

Lisa und die Monster

Lisa leaderlich. Sie weiß aber anscheinend selbst nicht recht, was sie mit der wunderbunten Monsterstreitmacht im Rücken anstellen soll. Wir hoffen selbstredend auf etwas monströs Schönes und werden mal am Open Saturday der ART & TOYS-Eröffnung nachsehen gehen.

Lisa und die Bären

Die Bären sind los. Und wenn sie dabei so diszipliniert in Reih und Glied aufpostiert stehen, wirkt es fast ein wenig unheimlich. Aber auch hier vertrauen wir auf die Fähigkeiten des Führungsmädchens und gehen einfach mal davon aus, dass sie diese  zuckersüße Streitmacht der Honigschnuten bis zur Vernissage, auf der einige DJs aufspielen werden, vor allem zu einem abrichtet: zum Tanzbärendienst.

(Fotos: Charlotte Esser / me Collectors Room)

Blütenstand 22.05.2012

by Ben

Noch am Abend zeigte die Temperaturanzeige in der Lindenallee von Eisenhüttenstadt satte 32 Grad, ein paar Tauben badeten fröhlich im ansonsten unbevölkerten Sprudelbecken vor dem Schokoladenladen, irgendwo wartete eine Bürgermeisterin an der Ampel und über dem Zentralen Platz lag eine wüstenluftige Glocke, die aus den Rabatten mit den Stiefmütterchen kleine, mit buntstiftlassen Trockenblättern garnierte Steppenstreifen macht. Auch der Island-Mohn des Projektes Das Blühen im System im Biennale-Lokal lässt die Blätter ziemlich erschöpft hängen, aber da er heute einer Mineralwasserdusche mit Chateldon 1650 erfuhr, blüht wenigstens die Hoffnung auf ein Durchhalten bzw. ein sonnenkönigliches Wiedererblühen .

Die Sonnenblume bleibt dagegen stabil auf Wachstumskurs und ist mit konzentriertem Blick nun auch bereits durch die Schaufensterscheibe erahnbar.  Nachfolgend nun die Bilddokumente des Tages:

Blütenstand The Bloom in the System 22.05.2012

Blütenstand The Bloom in the System 22.05.2012

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Blütenstand The Bloom in the System 22.05.2012

Blütenstand The Bloom in the System 22.05.2012

(bk / Mai 2012)